In dieser Woche haben die weltweiten Märkte stark verloren. Betroffen waren Bitcoin, Krypto, Aktien und sogar üblicherweise sichere Anlagen wie Gold und Silber.In dieser Woche haben die weltweiten Märkte stark verloren. Betroffen waren Bitcoin, Krypto, Aktien und sogar üblicherweise sichere Anlagen wie Gold und Silber.

US-Wirtschaft stürzt ab: Warum neben Bitcoin auch Gold und Silber fallen

4 Min. Lesezeit

In dieser Woche haben die weltweiten Märkte stark verloren. Betroffen waren Bitcoin, Krypto, Aktien und sogar üblicherweise sichere Anlagen wie Gold und Silber. Dieser gemeinsame Rückgang zeigt, dass es aktuell nicht um Probleme einzelner Anlagen geht, sondern um einen großen Mangel an Geld im Umlauf.

Bitcoin führte die Verluste bei riskanten Anlagen an, während Gold und Silber ihre höchsten Wochenverluste seit Monaten zeigten. Viele Anleger haben also fast alles verkauft. Das deutet auf einen Zwangsverkauf in den Portfolios hin, nicht auf eine Veränderung der Vorlieben der Anleger.

Bitcoin-, Gold- und Silber-Kursdiagramme der vergangenen Woche. Quelle: TradingViewBitcoin-, Gold- und Silber-Kursdiagramme der vergangenen Woche. Quelle: TradingView

Liquiditätsengpass statt Marktumschichtung

Normalerweise fließt bei Stress in Krypto mehr Geld in Gold oder auf das Bankkonto. Dieses Mal haben Anleger jedoch alles verkauft, was verkauft werden konnte.

So ein Verhalten sieht man meistens, wenn Schulden schnell abgebaut werden. Wer einen Kredit oder Hebel nutzt und einen Nachschuss leisten muss, verkauft zuerst die Anlagen, die sich schnell verramschen lassen – darunter Bitcoin, Gold und Silber. Dabei entscheidet nicht die Meinung, sondern der Zwang.

Fed-Maßnahmen bringen keine Ruhe an die Märkte

Im Mittelpunkt des Durcheinanders stehen Unsicherheiten rund um die Geldpolitik der USA. Die US-Notenbank hat im Dezember die geldpolitische Straffung gestoppt und begann, kurz laufende US-Staatsanleihen zu kaufen, damit die Banken genügend Geld haben.

Mit dem Ende dieser Maßnahmen wird dem Finanzsystem nun kein Geld mehr entzogen. Für Banken bedeutet das, dass sie nicht mehr mit weniger Reserven rechnen müssen. Unternehmen und Haushalte müssen weniger Angst haben, dass Banken plötzlich kaum noch Geld verleihen können.

Die US-Notenbank sorgt mit dem Kauf von Kurzläufer-Anleihen dafür, dass Banken ausreichend Geld für den täglichen Bedarf haben und der Handel am Geldmarkt reibungslos läuft.

Solche Schritte helfen also der grundlegenden Funktion des Finanzsystems, aber nicht direkt den Preisen an den Märkten. Sie sorgen nicht für niedrigere Kreditzinsen, sinkende Bauzinsen oder mehr Lust auf Risiko.

Langfristig bleiben die Zinsen hoch und das Umfeld angespannt.

Deshalb sahen viele Anleger diesen Schritt auch nicht als Entspannung, sondern als ein Warnsignal.

Jobdaten sorgen für Unsicherheit und erhöhten Druck

Neue US-Arbeitsmarktdaten haben die Unsicherheit noch verstärkt. Es gibt weniger offene Stellen, weniger Neueinstellungen und mehr Kündigungen. Das Vertrauen der Verbraucher ist so niedrig wie seit 2014 nicht mehr.

Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit immer noch recht niedrig und die Inflation hoch genug, dass schnelle Zinssenkungen weiter auf sich warten lassen. Dadurch stecken die Märkte zwischen schwacher Wirtschaft und strengen Kreditbedingungen fest.

Darum sind Gold und Silber gemeinsam mit Bitcoin gefallen

Gold und Silber haben an Wert verloren – und das, obwohl die Unsicherheit zunimmt. Der Grund: Viele brauchten Bargeld. Beide Rohstoffe waren zuvor stark gestiegen und deshalb leicht zu verkaufen.

Außerdem blieben die realen Zinsen hoch und der US-Dollar wurde stärker. So fehlt Gold und Silber aktuell die Unterstützung.

Kryptowährungen verloren noch deutlicher an Wert, weil sie am Ende der Geldrangfolge stehen. Wenn Schulden abgebaut werden, trifft es Krypto zuerst.

Daten zu Bitcoin-Derivaten zeigen, dass viele auf steigende Kurse gewettet hatten. Als die Kurse fielen, wurden viele solcher Positionen zwangsverkauft. Gleichzeitig kauften weniger Leute ETFs, was die Nachfrage senkte.

Der große Markt-Reset läuft

Die vergangenen zwei Wochen zeigen ein gemeinsames Muster: Viele hatten schon schneller mit mehr Geld gerechnet. Doch das zusätzliche Geld kam nicht so schnell, wie gehofft.

Darum gingen riskante Anlagen gleichzeitig nach unten. Dadurch mussten sich Anleger in Krypto, Aktien und Rohstoffen neu aufstellen.

Was das für die Zukunft bedeutet

Dieser Ausverkauf zeigt nicht, dass Bitcoin oder Gold als langfristiger Schutz gescheitert sind. Vielmehr ist es eine kurzfristige Geldkrise, wie sie oft vor neuen politischen Entscheidungen oder mehr Klarheit in der Wirtschaft auftritt.

Momentan bleiben die Märkte angespannt. Bis sich das Vertrauen in die Geldversorgung oder die Wirtschaftsdaten klar verändern, muss man wohl weiter mit viel Schwankung rechnen.

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