Anthropic hat es wieder getan. Nur wenige Wochen nach der „SaaSpocalypse”, die 285 Milliarden Dollar Marktwert vernichtete, löst das KI-Unternehmen den nächsten Sell-off aus. Diesmal im Visier: die Cybersecurity-Branche. Mit der Vorstellung von Claude Code Security stürzten am Freitag die Aktien von CrowdStrike, Okta und Cloudflare in den Keller.
Die Reaktion der Märkte war brutal. CrowdStrike verlor fast 8 Prozent, Cloudflare über 8 Prozent, und Okta stürzte um 9,2 Prozent ab. SailPoint fiel um 9,4 Prozent, Zscaler um 5,5 Prozent. Der Global X Cybersecurity ETF schloss auf dem tiefsten Stand seit November 2023 – ein Minus von fast 5 Prozent an einem einzigen Tag.
Investoren fürchten, dass KI-gestützte Tools die traditionellen Cybersecurity-Dienste kannibalisieren könnten. Die Panik ist nachvollziehbar: Wenn eine KI Schwachstellen findet und Patches vorschlägt, wozu braucht man dann noch teure Abonnements für Sicherheitssoftware?
Fun Fact: Anthropic behauptet, Claude Opus 4.6 habe in internen Tests bereits über 500 Schwachstellen in produktiven Open-Source-Codebasen gefunden – darunter Bugs, die jahrzehntelang unentdeckt blieben!
Claude, Quelle: XDas neue Tool ist keine simple Regel-basierte Analyse. Laut Anthropic „liest und analysiert es Code so, wie es ein menschlicher Sicherheitsforscher tun würde”. Es versteht, wie verschiedene Komponenten einer Anwendung zusammenwirken, verfolgt Datenflüsse und identifiziert potenzielle Schwachstellen.
Entwickler können Claude Code Security mit einem GitHub-Repository verbinden und den Code scannen lassen. Das Tool findet nicht nur offensichtliche Probleme wie fehlende Input-Filter, sondern auch komplexe Sicherheitslücken wie Authentifizierungs-Bypasses.
Jeder Fund durchläuft einen mehrstufigen Verifizierungsprozess, bevor er einem menschlichen Analysten präsentiert wird. Das Tool vergibt Schweregrad- und Konfidenz-Bewertungen, damit Teams priorisieren können.
Die Sorge an der Wall Street ist nicht, dass Sicherheitsausgaben verschwinden. Die Angst ist, dass ein Teil der Arbeit von eigenständigen Security-Produkten zu KI-gestützten Scans verlagert wird – eingebaut in den Entwicklungs-Workflow statt als separate Abo-Position.
Morgan Stanley-Analysten warnten bereits nach dem Claude Cowork-Launch vor „verstärktem Wettbewerb”. JPMorgan-Analyst Mark Murphy hielt dagegen: Es sei ein „unlogischer Sprung”, von KI-Produktivitätstools auf die Erwartung zu schließen, dass Unternehmen ihre gesamte Enterprise-Software selbst bauen werden.
Fun Fact: Anthropic entwickelt in atemberaubendem Tempo. Claude Cowork wurde am 12. Januar gelauncht – weniger als drei Wochen später folgten die disruptiven Plugins. Traditionelle Software-Unternehmen brauchen Monate für solche Releases.
Anthropic spricht offen über ein unbequemes Problem: Dieselben Fähigkeiten, die Verteidigern helfen, könnten auch Angreifern nutzen. „Threat Actors werden KI nutzen, um ausnutzbare Schwachstellen schneller als je zuvor zu finden”, räumt das Unternehmen ein.
Die Lösung? Verteidiger müssen schneller sein. Anthropic will diese Macht „fest in die Hände der Verteidiger legen”, bevor Angreifer aufholen. Das ultimative Ziel sei es, sicherere Codebasen in der gesamten Tech-Industrie zu schaffen.
Der Februar 2026 wird als Wendepunkt in die Geschichte eingehen. Innerhalb weniger Wochen hat Anthropic erst die SaaS-Branche erschüttert, dann die Cybersecurity-Aktien zum Absturz gebracht. Investoren fragen nicht mehr, ob Branchen von KI betroffen sein werden – sondern wie schnell und wie tief.
Die Märkte preisen eine Zukunft ein, in der KI nicht nur Software unterstützt, sondern direkt mit ihr konkurriert. Für Anleger und Unternehmen gleichermaßen stellt sich die entscheidende Frage: Wer nutzt KI, um seine Position zu stärken und wer wird von ihr überrollt?
Der Beitrag KI schlägt wieder zu: Neues Security-Tool crasht Cybersecurity-Aktien erschien zuerst auf BeInCrypto - Krypto News.


