Ist der aktuelle Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und China nur eine taktische Pause in einem größeren Machtkampf, oder markiert er den Beginn eines grundlegend anderen Umgangs mit Peking? Diese Frage beschäftigt nicht nur politische Entscheidungsträger, sondern ist auch für Anleger in risikoreiche Anlagen wie Bitcoin (BTC) relevant.
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Nach eskalierenden Spannungen rund um seltene Erden – entscheidend für alles von Smartphones bis hin zu Kampfjets – einigten sich Präsident Donald Trump und Xi Jinping im Oktober auf einen vorläufigen Handelsdeal. China verschärfte die Exportbeschränkungen für seltene Metalle, während die USA das Hinzufügen tausender chinesischer Unternehmen zu einer schwarzen Liste aussetzte. Die Vereinbarung gilt für ein Jahr.
Der unmittelbare Auslöser war Chinas Dominanz auf dem Markt für seltene Erden. Als Peking begann, den Export in die USA einzuschränken, wurde deutlich, wie abhängig amerikanische Technologie- und Rüstungsunternehmen von chinesischen Rohstoffen sind. Washington fühlte sich verwundbar.
Der aktuelle Waffenstillstand wird von einigen amerikanischen Regierungsvertretern als Versuch „strategischer Stabilität“ beschrieben: Beide Länder wollen vorübergehend Ruhe, während sie ihre eigenen Schwachstellen abbauen. Die USA versuchen, die Abhängigkeit von chinesischen Rohstoffen zu reduzieren, unter anderem durch Kooperationen mit Australien und europäischen Verbündeten.
Kritiker sprechen jedoch von einer riskanten Abhängigkeit: Solange die USA auf chinesische Lieferungen angewiesen bleiben, hat Peking ein wirksames Druckmittel.
Gleichzeitig entsteht Verwirrung bei amerikanischen Verbündeten. Setzt Trump derzeit stärker auf Handel und wirtschaftliche Stabilität als auf klassische Sicherheitsfragen wie Taiwan und Militärtechnologie?
Obwohl bestehende Exportbeschränkungen weitgehend in Kraft bleiben und neue Sanktionen auf schwarze Listen gesetzt wurden, hat die Regierung Trump auffallend wenige neue technologische Beschränkungen eingeführt. Das befeuert die Diskussion, ob Washington bewusst eine Eskalation vermeiden will – im Vorfeld eines möglichen Staatsbesuchs in Peking im April.
Die nationale Sicherheitsstrategie konzentriert sich weiterhin auf Abschreckung im Indo-Pazifik, aber der Ton ist weniger konfrontativ als in Trumps erster Amtszeit. Es scheint, dass wirtschaftliche Neuausrichtung, weniger Abhängigkeit und mehr Inlandsproduktion derzeit Priorität haben.
Für die Finanzmärkte ist Stabilität zwischen den beiden Großmächten entscheidend. Eine Eskalation rund um seltene Metalle oder Taiwan würde unmittelbar Druck auf Aktienmärkte, Rohstoffe und auch den Bitcoin-Kurs ausüben, der bei geopolitischen Schocks häufig als erstes verkauft wird.
Andererseits stärkt der Machtkampf um Rohstoffe und Sanktionen genau das übergeordnete Narrativ geopolitischer Fragmentierung und finanzieller Entkopplung. In einer solchen Welt suchen Anleger häufiger nach neutralen, nicht-staatlichen Vermögenswerten – wie Bitcoin.
Die entscheidende Frage ist daher, ob dieser Waffenstillstand nur Zeit kauft oder ob tatsächlich ein neues Gleichgewicht entsteht. Trifft Ersteres zu, kann neue Spannung schnell an die Märkte zurückkehren. Entfaltet sich Letzteres, entsteht Raum für Ruhe – und möglicherweise eine erneuerte Risikobereitschaft.
Für Bitcoin dreht sich letztlich alles um dasselbe wie in der Weltpolitik: Vertrauen. Und dieses Vertrauen bleibt vorerst fragil.
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