Kuwait hat die Öffentlichkeit aufgerufen, sich einer Regierungsinitiative zur Ergreifung von Personen anzuschließen, die in Finanzverbrechen verwickelt sind.
Die Zentralbank von Kuwait hat diese Woche den Aufruf gestartet, offenbar um einen Anstieg von Geldwäsche und anderen Straftaten durch Betrüger zu verhindern, die die durch den Iran-Konflikt verursachten Turbulenzen ausnutzen.
Wie andere Golf-Ölproduzenten hat Kuwait in den letzten Tagen die Rohölproduktion gekürzt, nachdem die Straße von Hormus nahezu geschlossen wurde und Teheran, das am 28. Februar von den USA und Israel angegriffen wurde, Raketenangriffe durchführte.
„Die Zentralbank von Kuwait ruft die Öffentlichkeit auf, zu kooperieren und alle Informationen über Personen oder Einrichtungen zu melden, die unlizenzierte Finanzaktivitäten ausüben", heißt es am Mittwoch auf ihrer Website.
„Die Bank betont, dass solche Praktiken ein Risiko für die Mittel von Einzelpersonen und die Stabilität der nationalen Wirtschaft darstellen könnten und Kunden finanziellen Gefahren aussetzen könnten."
Die Bank erklärte, dass unlizenzierte Aktivitäten unautorisierte Geldüberweisungen, die Bereitstellung von Finanzierungen oder die Bereitstellung elektronischer Zahlungslinks von Einrichtungen umfassen, die nicht von der Zentralbank oder anderen offiziellen Institutionen lizenziert sind.
Im Dezember letzten Jahres verbot Kuwait Bargeldüberweisungen außerhalb des Bankensystems und warnte, dass Täter inhaftiert und ihre Unternehmen geschlossen würden.
Das Land hat eine Initiative zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung eingeleitet, nachdem der Druck von westlichen Regierungen und Organisationen zugenommen hat.
Ende letzten Jahres berichteten die kuwaitischen Behörden, dass eine zweijährige Inspektionskampagne zur Schließung von mehr als 73.000 Unternehmen geführt hat, die ihre tatsächlichen Eigentümer nicht offengelegt hatten.
Im letzten Monat hat die in Paris ansässige Financial Action Task Force Kuwait auf ihre sogenannte graue Liste von Ländern gesetzt, die einer verstärkten Überwachung hinsichtlich Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiken unterliegen.
Kuwait erließ 2013 sein erstes umfassendes Gesetz zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung. Verurteilte Personen drohen finanzielle Strafen und Haftstrafen von bis zu 10 Jahren.


