Ein Bitcoin. Das ist der gesamte Bestand von GameStop.
Während die meisten Bitcoin-Treasuries damit beschäftigt sind, den Token zu kaufen und auf dessen Wertsteigerung zu wetten, macht ein Unternehmen einen ganz anderen Schritt.
Der Videospiel-Händler übergab nahezu seinen gesamten Bitcoin-Bestand an Coinbase und erhielt dafür rund 368 Millionen Dollar in bar im Voraus, im Austausch für eine Begrenzung seiner Gewinne, falls der Token über 105.000 Dollar steigt.
Strukturiert durch gedeckte Call/Put-Optionen verwandelt das Geschäft eine typischerweise hochvolatile Wette auf Bitcoin-Wertsteigerung in etwas, das eher einer festverzinslichen Strategie ähnelt.
Die Strategie unterstreicht eine tiefere Realität.
GameStop verzeichnete einen Umsatzrückgang von 25%, wobei die Verkäufe im vierten Quartal 2025 laut Jahresbericht vom 24.03.2025 um rund 14% zurückgingen.
Angesichts sinkender Umsätze und keines klaren Expansionspfads – viele Gamer verlassen sich heutzutage auf digitale Downloads – setzt das Unternehmen auf Financial Engineering, um Einnahmen zu generieren.
Das steht im Gegensatz zu Unternehmen wie Strategy, die die Volatilität von Bitcoin angenommen haben, um exponentielle Gewinne anzustreben.
GameStop hingegen monetarisiert diese Volatilität und tauscht die Möglichkeit einer Ausbruchs-Rallye gegen sofortigen Cashflow ein.
Damit übernimmt es ein Vorgehen, das häufiger an Wall-Street-Handelsschaltern als in Unternehmens-Treasury-Strategien zu finden ist.
Coinbase kann mit GameStops Bitcoin machen, was es will.
Das bedeutet, ihn zu verleihen, mit anderen Coins zu mischen oder sogar zu verkaufen.
Aufgrund dieser Kontrolle besagen Rechnungslegungsvorschriften, dass GameStop diese Coins nicht direkt als Eigentum in seinen Finanzberichten ausweisen kann.
Stattdessen führt GameStop nun eine Schuldverschreibung über 368 Millionen Dollar in seinen Büchern, im Wesentlichen ein Versprechen von Coinbase, später die gleiche Menge Bitcoin zurückzugeben.
Diese Formalität ließ GameStops Ranking vom 21.-größten öffentlichen Unternehmen als Bitcoin-Halter auf etwa den 190. Platz fallen, laut BitcoinTreasuries.net.
Pedro Solimano ist Marktkorrespondent bei DL News. Haben Sie einen Tipp? Senden Sie ihm eine E-Mail an psolimano@dlnews.com.

