Kenia hat sein kürzlich eingeführtes automatisiertes Verkehrsbußgeldsystem aufgrund rechtlicher Herausforderungen und öffentlicher Verwirrung ausgesetzt.
Die National Transport and Safety Authority (NTSA) führte dieses System ein, um die Verkehrsüberwachung mithilfe von Kameras und Computerprogrammen zu modernisieren. Es erkennt automatisch Verkehrsverstöße, ermittelt die Fahrzeughalter und sendet Bußgelder direkt per SMS an sie.
Dies reduziert die Notwendigkeit für die Polizei, Fahrzeuge anzuhalten und Papierkram zu erledigen.
Doch innerhalb weniger Tage nach der Inbetriebnahme stieß das System auf rechtliche Probleme. Ein High Court blockierte dessen Durchsetzung, nachdem Petenten argumentierten, dass das Verfahren gegen Verfassungsrechte verstößt, indem es Autofahrern die Möglichkeit verweigert, Bußgelder anzufechten, bevor Strafen verhängt werden.
Das Gericht beschloss, die Angelegenheit gründlicher zu prüfen, und erließ eine Anordnung, die Durchsetzung bis zur Lösung des Falles auszusetzen.
William Ruto, kenianischer Präsident
Die NTSA hat daher ihre erste Ankündigung über die Einführung zurückgezogen. Diese Pause soll der Öffentlichkeit helfen, die Verkehrsgesetze und den Umgang mit geringfügigen Verstößen nach kenianischem Recht besser zu verstehen.
Die Behörde sagte nicht, dass die Entscheidung des Gerichts die Aussetzung verursacht habe, aber der Zeitpunkt deutet darauf hin, dass sowohl rechtliche als auch öffentliche Bedenken wahrscheinlich dazu beigetragen haben.
Das Sofortbußgeldsystem nutzte ein landesweites Netzwerk von Verkehrskameras für die Echtzeit-Überwachung des Verkehrs. Wenn ein Verstoß wie Geschwindigkeitsüberschreitung oder die Nutzung eines Telefons während der Fahrt festgestellt wurde, las das System das Kennzeichen des Fahrzeugs, ermittelte den Halter und schickte ihm per SMS ein Bußgeld.
Fahrer hatten einen bestimmten Zeitrahmen, um ihre Verkehrsbußgelder zu bezahlen. Wenn sie diese Frist verpassten, würden die Strafen steigen. Darüber hinaus könnten Fahrer bei unbezahlten Bußgeldern möglicherweise bestimmte NTSA-Dienste nicht nutzen, wie etwa die Erneuerung ihrer Führerscheine oder die Übertragung des Fahrzeugeigentums.
Dieses System wurde auf verschiedene Verkehrsverstöße angewendet und betraf sowohl normale Autobesitzer als auch gewerbliche Fahrzeugbetreiber.
Kritiker argumentierten, dass ein vollautomatisches System trotz der Versprechen von Effizienz, Transparenz und geringerer menschlicher Beteiligung problematisch sei, weil es keinen Kontext oder menschliches Urteilsvermögen zulasse. Dies warf Bedenken hinsichtlich der Fairness und der Verantwortlichkeit für dessen Handlungen auf.
Die Aussetzung stellt einen großen Rückschlag für ein kürzlich gestartetes Programm dar. Anfang März stellte Präsident William Ruto öffentlich die Verzögerungen beim Start des Sofortbußgeldprogramms infrage. Er ermutigte die Verkehrsbehörden, es zügig als Teil eines größeren Plans zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und Strafverfolgung umzusetzen.
Nach dieser Anweisung setzte die NTSA das System umgehend in den Großstädten um. Dies wurde als wichtiger Schritt zur Modernisierung des Verkehrsmanagements und zur Reduzierung der Korruption in der Strafverfolgung dargestellt.
Allerdings schien die Einführung dieser Technologie schneller erfolgt zu sein, als die Gesetze und das Verständnis der Menschen mithalten konnten. Dies führte zu der negativen Reaktion, die auftrat.
Ähnlicher Artikel: Kenia startet Plattform, die Verkehrssünder sofort mit Bußgeldern belegt und benachrichtigt
Nachdem das System nun ausgesetzt ist, richtet sich der Fokus auf die Gerichte. Der Fall ist für April angesetzt, und die Entscheidung des Gerichts wird wahrscheinlich darüber entscheiden, ob Kenia weiterhin automatisierte Verkehrsüberwachung ohne Polizeibeteiligung nutzen kann oder ob es seine Strategie überarbeiten muss.
Der Beitrag Kenia stoppt automatisiertes Verkehrsbußgeldsystem nach öffentlichem Widerstand und Gerichtsbeschluss erschien zuerst auf Technext.